Kwatachewi Kloster

Kwatachewi, geschrieben auch Kwabtachewi, war für eine lange Zeit das Hauptkloster der Region Kartli und das literarische Zentrum Ostgeorgiens. Hier wurden im Mittelalter mehrere Bücher geschrieben und zahlreiche Manuskripte von Griechisch auf Georgisch übersetzt. Die meisten davon sind jetzt im Staatlichen Historischen Museum von Moskau zu sehen. 

Heute beeindruckt das Kloster den Besucher mit seiner malerischen Lage im Kleinen Kaukasus, aber auch mit einer aufwändig dekorierten Fassade der Hauptkirche und mit der vielfältigen Architektur des Baukomplexes.

Der Name  

Kwata-Chewi heißt Steinige Schlucht, der zweite Name Kwabta-Chewi heißt die Schlucht des Topfes und tatsächlich hat die Gegend um das Kloster die Form eines Topfes und hier gibt es auch ungewöhnlich viele Steine.   

Klosterkomplex

1. Hauptkirche, geweiht der Entschlafung Mariä
2. Glockenturm
3. Wehrmauer
4. Refektorium
5. Zweistöckiger Turm
6. Wohnhaus mit Wohnzellen für die Mönche

Hauptkirche, geweiht der Entschlafung Mariä - 12. bis 13. Jhd.

Architektur
Architektonisch ist die Hauptkirche von Kwatachewi eine Kreuzkuppelkirche mit einem quadratischen Plan. Die Kuppel ruht auf zwei freistehenden Säulen und auf zwei weiteren Säulen, die mit dem Altar verbunden sind. Im Innenraum befindet sich die Kuppel über dem Kreuzungspunkt der Arme des rechteckigen Kreuzes.

Das Gebäude hat zwei Portale, eines im Süden und eines im Westen. Das westliche Portal wurde im 17. Jhd. an die Kirche angebaut.
Architektonisch und mit ihrem aufwändigen Fassadendekor ähnelt die Hauptkirche von Kwatachewi den Kirchen von Betania, Pitareti und Timotesubani.

Die Kirche war auch von innen mit Fresken bemalt, aber diese wurden Ende des 14. Jahrhunderts nach einem Brand zerstört.

Interessante Fakten über Kwatachewi
Das Kloster in Kwatachewi wurde zur Regierungszeit der Königin Tamara als ein Nonnenkloster gegründet und ist erst im 15. Jhd. ein Männerkloster geworden.

Kwatachewi genoss immer einen besonderen Status in ganz Georgien. Adlige, aber auch die Mitglieder der Königlichen Familie haben öfter persönlich der Kirche gespendet. Eine Spendenurkunde aus dem 14. Jhd. vom Sohn der Königin Tamara, Lascha-Giorgi ist den Archiven noch gut erhalten.

Das Kloster Kwatachewi hatte dennoch kein leichtes Schicksal. Am schlimmsten hat es das Kloster im Jahre 1400 getroffen, als der zentralasiatische Eroberer Timur Lenk in Georgien einfiel. Er ließ die Gläubigen in der Kirche einsperren und befahl, nachdem sie sich geweigert haben, zum Islam zu konvertieren, alle lebend zu verbrennen. Der Gedenktag für das grausame Ereignis ist der 10. April in der Georgischen Apostelkirche.

Im Jahre 1412 hat der Georgische König Alexander die Kirche wiederaufgebaut und seitdem wurde sie nicht mehr großräumig beschädigt.

Das tragische Ereignis war der eventuelle Grund warum die Kirche ab dem 15. Jhd. einen besonderen Stellenwert bei den Gläubigen bekommen hat. Bis in das 19. Jhd. war es untersagt, das Gelände des Klosters mit Schuhen zu betreten, man durfte nur barfuß oder mit speziellen Klosterschuhe in die Anlage.  Diese Regelung wurde nicht nur von den orthodoxen Pilgern, sondern auch von persischen und türkischen Gästen befolgt.

Das Kloster an sich war sehr reich, dafür spricht auch die Tatsache, dass das Kloster im 1601 viel Geld bezahlt hat um den Georgischen König Symeon aus der Osmanischen Gefangenschaft zu befreien.

Im Jahre 1611 hat in der Kwatachewi Kirche der Georgische König Luarsab II. Makrine die Schwester des Georgischen Großfürsten Giorgi Saakadze geheiratet.

In den 30ger Jahren des 18. Jahrhunderts haben die Überfälle aus Dagestan auf ganz Innenkartlien gehäuft und darunter hat auch das Kloster sehr gelitten.

Die letzte großräumige Sanierung der Kirche wurde im Jahre 1854 durch den Uhrenkel von König Irakli II. – Iwane Tarchan-Mourawi – durchgeführt.

Im Kloster gab es auch eine Geistliche Schule, in der der Erzbischof Tarasi Kandelaki studierte, der später, 1930, den zukünftigen Georgischen Patriarch Ilia II. getauft hat.

Bald nach der Sowjetisierung Georgiens wurde das Kloster geschlossen und erst 1990 wieder geöffnet.

Im Jahre 2002 hat man begonnen, die Klosteranlage gründlich zu sanieren, dabei wurden die Wohnhäuser, das Refektorium und andere Gebäuden restauriert und die Straße zum Kloster angelegt.

Reliquien der Kirche - In der Kirche ist ein Knochenstück vom Johannes dem Täufer aufbewahrt und laut der Legende soll im Fundament der Kirche ein Kleiderstück der Jungfrau Maria sein. 

Die Wehrmauer - des Klosters (55,4 X 59,2 m) ist auf einem schweren geographischen Relief gebaut und ist von 2 bis zu 6 Metern an manchen Stellen hoch.

Der zweistöckige Turm – (5,5 X 8,2 m) steht südlich der Kirche und ist in die Wehrmauer integriert. Beide Etagen des Turmes werden als Wohnzimmer für die Mönche benutzt.

Der Glockenturm – wurde 1872 gebaut. Er ist viel niedriger als die Kirche und hat fünf gleichgroße bogenartige Öffnungen.  

Das Refektorium – (6,4 x 10, 2 m) gebaut aus Flussstein, steht an der nordwestlichen Seite innerhalb der Wehrmauer.   

Das Wohnhaus und die Wohnzellen für die Mönche – stehen westlich an der Wehrmauer und wurden im 19. Jhd. gebaut. Sie wurden vor kurzer Zeit gründlich saniert.

Wo befindet sich das Kloster

Das Kloster von Kwatachewi befindet sich in der Region Schida Kartli, 5 km vom Dorf Zinarechi entfernt, im Tal des Flusses Kawtura.


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