Goris-Ziche (Festung von Gori) 

Die heute noch gut erhaltene Festung von Gori, georgisch Goris-Ziche ist das historische Zentrum der Stadt Gori und der Region Innerkartlien. Gelegen am Kreuzpunkt mehrerer wichtiger Wege, hat sie über mehrere Jahrhunderte eine entscheidende Rolle für das gesamte Ostgeorgien gespielt.

Der Name

Der Name Gori bedeutet auf Deutsch „Hügel“ und Ziche ist übersetzt als „Festung“. Wortwörtlich heißt Goris Ziche somit „Festung auf dem Hügel“.
Der Namensgeber für die Stadt Gori ist übrigens genau dieser Hügel, auf welchem die Festung gebaut wurde.

Geschichte von Goris-Ziche

Nach einem Erdrutsch 1946 kamen Teile der alten Festung aus dem 1. Jahrtausend zum Vorschein, aber in den georgischen Chroniken wurde Gori erst im 7. Jhd. n.Chr. schriftlich erwähnt.

Die Festung spielte eine tragende strategische Rolle und war mindestens genauso gut verteidigt wie die Hauptstadt Georgiens Tbilisi. An der Festung trafen sich die Wege vom Norden nach Südgeorgien, sowie von Ost- nach Westgeorgien. Goris-Ziche war auch zusätzlich eine Art Vorposten für die Hauptstadt Tbilisi. Sie ist die größte Festungsanlage Ostgeorgiens nach Tbilisi und wer Goris-Ziche kontrolliert hat, hat auch die gesamte Region von Kartli beherrscht.

Ab dem 13. Jhd. wurde die Festung von Gori mehrfach in den Georgischen Chroniken schriftlich erwähnt, vor allem während und nach den mongolischen Einfällen, als Gori-Ziche immer wieder Angriffsziel der Osseten aus dem Nordkaukasus war.

Im 16. Jhd. fiel der persische Schah Tahmasp I. in Georgien ein und nam die Hauptstadt Tbilisi ein. Er konnte allerdings nicht die Mauer von Goris-Ziche überwinden, und es gelingt ihm erst bei seiner vierten und brutalsten militärischen Kampagne im Kaukasus, die Festung von Gori einzunehmen.

Im 17. Jhd., nachdem der persische Schah, Abbas I. Ostgeorgien verwüstet hat, war sein sein Heer für eine lange Zeit in der Festung von Gori stationiert. Der von ihm ernannte König Rostom war sich der strategischen Rolle von Goris Ziche bewusst und hatte diese noch vergrößern und die Mauer noch höher ziehen lassen.

König Rostom wollte das wirtschaftliche Leben der Stadt wiedererwecken.  Dafür lud er viele Händler und Handwerker in die Stadt, die auch gewisse Steuer-Privilegien erhielten. Der französische Forschungsreisende aus dem 17. Jhd., Jean Chardin, schrieb, dass in Gori viele reiche Händler leben. Der italienischer Missionar Teramo Castelli , ein Zeitgenossen Chardins, hinterließ mehrere Skizzen über Georgien, unter anderem auch eine Zeichnung von Gori-Ziche. Die heutige Festung sieht großenteils noch so aus, wie seine Skizze aus dem 17. Jhd.

Im 18. Jhd., während der Regierungszeit von Irakli II., war die Festung von Gori wieder in georgischer Hand, und Irakli II. ließ die Festung noch einmal rekonstruieren und zusätzlich einen Verteidigungskanal um die Anlage ausheben. In einem Dokument, unterschrieben von König Irakli II., wird berichtet, dass der Wasserkanal um die Festung genau 5 Meter breit und 4 Meter tief sein musste. Der Schutzkanal wurde mit umgeleitetem Wasser aus dem Fluss Liachwi gefüllt.

Anfang des 19. Jahrhunderts, nach Annektierung Georgiens durch Russland, wurde ein russisches Grenadierbataillon in der Gori Festung stationiert.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte Goris Ziche ihre militärische und strategische Rolle verloren und wurde zur historischen Sehenswürdigkeit.

Im Jahre 1920 zerstörte ein starkes Erdbeben in der Gegend von Gori viele Gebäuden der Stadt. Auch Goris Ziche wurde stark in Mitleidenschaft gezogen und wurde seitdem nicht wiederaufgebaut. 

Im Jahre 2006 hat die Festung von Gori den Status „Kulturdenkmal nationaler Bedeutung“ bekommen. Seitdem steht auch eine Wache am Eingang der Festung. Sie ist aber der Öffentlichkeit zugänglich und kann jederzeit kostenfrei besichtigt werden.

Architektonische Beschreibung der Festung von Gori

Goris-Ziche besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen:

1. Der erste Teil ist eine auf dem oberen Plateau stehende Citadelle (180mx40m). Die Höhe der Mauer beträgt von innen 1 bis 3 Meter, von außen 10 Meter, mit einer durchschnittlichen Breite von 2 Metern.

2. Der zweite Teil ist der sogenannte Zkhra-Kara-Komplex („Neun Türen“ auf Deutsch).
Cxra-Kara befindet sich auf der westlichen Seite der Festung und verläuft von der oberen Citadelle bis fast ganz unten zur Straße. Die Zinnenmauern von Cxra-Kara verlaufen dabei parallel zueinander im Abstand von ca. 15 Metern und sind an der untersten Stelle mit einer kreisförmigen Zinnenmauer verschlossen.
Dieser Teil der Festung ist durch Steinwände in sieben gleichförmige Bereiche geteilt mit Durchgangstoren in jeder Steinwand. In die Wehrmauer sind für zusätzlichen Schutz mehrere zwei- und dreistöckige Wehrtürme integriert.

Kleine Kirche in der Gori Festung

Die Kirche steht im östlichen Teil der Festung und stammt aus dem 12. Jhd. Die Kirche wurde beim Erdbeben großenteils zerstört und es sind nur noch Fragmente der nördlichen, südlichen und östlichen Wände erhalten.

Geheimer Tunnel und Wasserreservoir

Es gab in der Gori Festung von der westlichen Seite einen geheimen Tunnel zum Fluss, der allerdings beim Erdbeben von 1920 eingestürzt ist.
Man kann aber das Wasserreservoir in der Festung heute noch gut erkennen.

Weitere Denkmäler bei Goris-Ziche

Denkmal des Sieges

Das Bronzedenkmal des Sieges steht auf der westlichen Seite der Festung. Die Komposition zeigt einen jungen Mann, der auf einem Löwen sitzt und dabei in der gestreckten Hand ein Schwert hält. Das Schwert ist von Weinreben umrankt.
Auf dem Denkmal steht der bekannte Satz des Nationaldichters Schota Rustaweli „Borotsa szlia Ketilman“ – Das Böse wird vom Guten besiegt.

Das Denkmal wurde im Jahre 1979 am Tag der Unabhängigkeit Georgiens am 26. Mai eingeweiht. Der Bildhauer ist Elgudscha Amaschukeli.  

Das Denkmal der verwundeten Kämpfer

Gleich unterhalb der Festung von Gori, auf der nördlichen Seite steht „Das Memorial der Georgischen Helden“. Das Memorial besteht aus acht sehr stark verwundeten, teils zerfetzten Kriegern, die in einer Kreisform kniend und sitzend dargestellt sind. Das Denkmal genannt auch „Requiem“ wurde zwischen 1981-1985 vom Bildhauer Gogi Ochiauri geschaffen.

Das Memorial stand zuerst in Tbilisi im Vake Park und wurde erst 2009 nach Gori verlegt.

 

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