Adischi

Adischi ist ein kleines, kompaktes und höchst interessantes Dorf von oberen Swanetien. Interessant wegen seiner abgeschiedenen Lage, tausend Jahre alte Wehrtürme, vier unterschiedliche Kirchen mit einzigartiger Freskomalerei aus dem 10 und 12. Jahrhundert und nicht zuletzt wegen dem ältesten Evangeliar von Georgien, datiert mit 897, bekannt als „Evangeliar von Adischi“.

Die Lage

Das Dorf befindet in 30 Kilometer von Mestia entfernt in Richtung Uschguli, auf der Höhe von 2.040 m ü. M.  auf der rechten Seite des Flusses Adischis-Tschala.

Der Name

Adischi in lokale Sprache wird als Hadischi geschrieben, aber geläufig ist die Bezeichnung Adischi.

Wie kommt man nach Adischi

Einen öffentlichen Transport gibt es nach Adischi nicht. Es gibt private Taxis von Mestia, oder von Uschguli und die Fahrt hin und zurück kostet um die 40 Euro pro Auto.

Die Straße nach dem Abzweig von der Hauptstraße ist in einem schlechten Zustand und man braucht ein Allradfahrzeug.

Für die Wanderer gibt es unterschiedliche Wanderrouten, die nach Adischi führen.

Geschichte von Adischi

Eine schriftlich nachvollziehbare Information über Adischi gibt es vom 10. Jahrhundert, aber das Dorf ist sicherlich noch viel älter.

Adischi war früher eine große Gemeinde mit 5 Dörfer, aber erhalten geblieben ist nur ein einziges Dorf. Andere Siedlungen wurden bei unterschiedlichen Lawinen, Erdrutschen etc. zerstört und nie wieder aufgebaut. Von diesen ehemaligen Siedlungen kann man heutzutage nur noch Ruinen sehen.

Adischi besteht heute aus 13 Wehrtürme und ungefähr doppelt so viele Häuser. Die Einwohnerzahl ist im Sommer und in der Winterzeit sehr unterschiedlich. Nach dem Schnee, oder gar nach einem starken Regen wird die einzige, ca. 9 Km. Lange Straße zum Dorf gesperrt und es dauert manchmal ziemlich lange, bis die wieder geräumt wird, vor allem ist das im Winter sehr beschwerlich, wegen Lawinengefahr und allgemein schwierige Gelände die Straße zu räumen.

Da es momentan im Dorf keine Schule, Kindergarten, oder ein Krankenhaus gibt, versuchen die meisten Familien das Dorf schon im September zu verlassen, bevor die Schulen anfangen und bevor der erste Schnee kommt. Deshalb von 60 bis 70 Menschen im Sommer, bleiben etwa 20 Menschen in der Winterzeit im Dorf.

Im ganz Swanetien kann man nach Nachnamen zuordnen, wer aus welchem Dorf, oder Gemeinde kommt. In Adishci wohnen hauptsächlich Kaldani und Avaliani.

Das besondere vom Adischi

Neben seiner Lage und Wehrtürme sind vier unterschiedliche Kirchen, sowie Evangeliar besonders wichtig in Adischi, außerdem ist im Tal der 9. Kilometer langer Gletscher, sowie ein Gipfel nach dem Dorf benannt.

Evangeliar von Adischi

Es ist ein georgisches Manuskript, geschrieben im Kloster von Schatberdi, im Südlichen Teil vom historischen Georgien. Es wird auf 897 datiert und ist damit das älteste georgische datierte Evangeliar.

Das Evangeliar ist auf Pergament, in der georgischen Schrift Assomtawruli, in zwei Kolumnen pro Seite geschrieben und ersten fünf Seiten sind mit Illuminationen geschmückt. Das Format der Blätter ist 26 × 18,8 cm. Die Redaktion ist einzigartig und unterscheidet sich, literarisch und grammatisch von späteren georgischen Redaktionen der Evangelien.

Seit 16. Jhd. wurde das Evangeliar in Adischi aufbewahrt, deshalb hat es den Namen bekommen. Heutzutage wird das Evangeliar im historischen Museum von Mestia ausgestellt.

Kirche geweiht dem Erlöser Jesus Christus - 11. bis 12. Jahrhundert

Größe: 6,55 X 5,2 Meter

Jesuskirche von Adischi steht auf dem Friedhof, am Oberen Eingang des Dorfes und stammt aus dem 11. bis 12. Jahrhundert. Gleich daneben steht viel später gebauter kleiner Glockenturm mit offenen Seiten.

Die Kirche wurde im 12. Jhd. sowohl von außen, als auch von Innen bemalt, aber von den Fassadenmalerei sind nur noch Fragmenten zu sehen. Von Innen sind aber die Fresken noch gut erhalten. Es ist unter anderem am Altar das Fresko vom Jesus und auf den Seiten die Szenen aus dem Neuen Testament, sowie einzelne Heiligen abgebildet.
Genau in dieser Kirche war das Evangeliar von Adischi aufbewahrt. Momentan kann man in der Kirche unterschiedliche Ikonen aus dem: 11. 12. sowie 13.14.16 und 17 Jahrhunderte sehen.

Jesuskirche, genauso wie andere Kirchen von Adischi, sind verschlossen und man muss den Einheimischen bitten, die aufzumachen.

Kirche geweiht dem heiligen Georg (JGRAG)– 10. Jahrhundert

Kleine Georgskirche in der Form einer Basilika steht am südlichen Ende des Dorfes, auf eine kleine Erhöhung und ist markant wegen Fassaden Malerei auf der nördlichen Seite.

Die Kirche selber stammt aus dem 10. und die Freskomalerei an und in der Kirche stammen aus dem 11. bis 12. Jahrhundert.

Freskomalerei

Auf der nördlichen Fassade sind die heilige Krieger Georg, auf dem weißen Pferd und hinter ihm heiliger Theodor abgebildet.

Innenraum

Innenraum der Kirche ist komplett bemalt und Großteil der Szenen sind dem heiligen Georg gewidmet. Im Altar ist Jesus und auf seine Seiten, Maria, sowie Johannes der Täufer dargestellt. Auf unterem Register sind die Kirchenväter: Heiliger Basilius, Johannes Chrysostomos und ein weiterer heilige dargestellt, dessen Bild nicht erkennbar ist.

Auf der nördlichen Seite sieht man Drachenwunder von Georg und gerettete Prinzessin.
Auf der südlichen Seite ist ein weiterer Wunder vom Georg mit geretteten Jungen abgebildet.
Auf der westlichen Seite ist die Krönung vom heiligen Georg und heiligen Theodor, durch Jesus zu sehen.

Allgemein die Freskomalerei von Adischis Georgskirche ist künstlerisch auf einem sehr hohen Niveau erfüllt und gehört zu einer sehr wichtigen Freskomalerei des Landes.

Auf swanetisch heißt Georg, JGRAG, deshalb wird diese Kirche auch JGRAG genannt.

Erzengelkirche von Adischi – 11. Jahrhundert

Größe: 4,9 X 4,2 m

Am Nordöstlichen Ausgang des Dorfes, oben am Hang befindet eine weitere Kirche aus dem 11. Jhd. Sie ist dem Erzengel geweiht und steht in wenigen Meter vom Dorf entfernt. Hier gab es früher ein weiteres Dorf, Zagari.

Die Außenwände der Erzengelkirche waren stark beschädigt und musste in den letzten Jahren dringend restauriert werden. Nach der Restaurationsarbeit konnten auch wertvolle Fresken der Kirche konserviert werden.

Freskomalerei

Außenfassaden waren auch bemalt, aber davon ist nur ein kleines Fragment auf der südlichen Fassade zu sehen.

Im Innenraum sind die Fresken noch einigermaßen erhalten. Im Altar ist Jesus mit Maria und Johannes dem Täufer abgebildet. Auf der südlichen Seite kann man noch drei Evangelisten rauserkennen. Weitere Freske im Süden ist die „Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige“ die Szene geht auf die nördliche Wand weiter, aber man kann es kaum noch erkennen. Als weiteres sieht man in der Kirche die Szenen von „Auferstehung Jesu“ „Die Taufe“ sowie die „Verkündigung des Herrn“.

Diese Fresken sind aus dem 12. Jahrhundert und deren Erhaltung ist sowohl für die Region, als auch für das ganze Land sehr wichtig.

Im Jahr 2006 hat die Erzengelkirche von Adischi den Status von „Kulturdenkmal nationaler Bedeutung“ bekommen.

Georgskirche „JGRAG Litschanischi“ – 11 Jahrhundert

Größe: 4,9 X 4,2 m

Weitere Georgskirche, befindet sich in 4 Kilometer vom Dorf, in Richtung Adischi Gletscher. Hier hat früher eine weitere kleine Ortschaft gegeben. Die Kirche hatte die Form einer Basilika, aber durch spätere, wenig qualitative Anbauten hat sie die Form teilweise geändert.

Die Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert und hat für Einheimischen einen besonderen Stellenwert, denn hier war früher die Kriegsflagge mit dem Georgskreuz aufbewahrt. Daher kommt auch der Name JGRAG Litschanischi, (Georg mit der Fahne)

Man glaubt auch, dass Familien, die keinen Sohn haben und zu dieser Kirche kommen um zu beten, später auch einen Sohn bekommen.

Um die Kirche und ihren besonderen Stellenwert zu ehren, wurde vor Jahrhunderte das Volksfest „Litschanischi“ eingeführt. An dem Tag kommen vor allem aus Swanetien, aber auch aus anderen Gegenden des Landes zahlreiche Menschen, um den heiligen Georg zu ehren. Dabei wird eine kirchliche Liturgie durgeführt und anschließend gemeinsam gefeiert.

Für die Logistik sind 5 Familien, jedes Jahr abwechselnd aus dem Dorf Adischi zuständig, aber auch die Familien, die für einen Sohn dem Georg beten, bringen auch etwas mit, meist ein Huhn, oder Lahm. Die Familien deren Gebete von den vorigen Jahren erhöht wurden, kommen zur Kirche auch nicht mit leeren Händen und es findet letztendlich an der Kirche eine sehr gesellige Feier statt.

An der Kirche stehen einige höhe Baumpfähle. Die sind ebenfalls von den gläubigen zur Kirche gebracht. Auf den Baumpfählen werden Fahnen, während des Volksfestes in unterschiedliche Farben gehisst und damit die Bedeutung der Kirche im Zusammenhang mit der früheren Kriegsfahne betonnt.

Das Volksfest „Litschanischi“ findet jedes Jahr, am nächsten Donnertag nach 28. Juli statt.

Adischi Gletscher

Der Gletscher befindet sich in ca. 8 Kilometer vom Dorf entfernt und ist bei der Wanderroute von Adischi nach Kala sehr gut, von einer nahen Entfernung sichtbar.
Der Gletscher ist etwa 9,5 Kilometer groß. Unterste Stelle befindet sich auf 2.380 m ü. M. und der höchste Punkt auf 3.800 Meter.

Am Adischi Gletscher entspringt der Fluss Adischis-Tschala, der später den Fluss, Enguri mündet.

Gipfel Adischi

Der Gipfel oberhalb des Adischi Gletschers ist 4.290 Meter hoch und hat den gleichen Namen wie der Gletscher. Links davon befindet sich bekannter Berg Tetnuldi (4.858 m) erkennbar mir seiner markanten Pyramidenform.

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