Bodbe Nonnenkloster

Das Bodbe Nonnenkloster hat einen besonderen Stellenwert in Georgien, denn hier ist die heilige Missionarin Nino beigesetzt, die Georgien im 4. Jhd. zum Christentum bekehrt hat.

 Das Bodbe Kloster genoss einen besonderen Status bei den georgischen Königen und es wurden hier mehrere Könige Ostgeorgiens gekrönt.

Außerdem war das Kloster über Jahrhunderte ein wichtiges Kulturzentrum Ostgeorgiens mit einer sehr reichen Bibliothek.

Klosterkomplex

Dreischiffige Basilika aus dem 8. und 9. Jhd.
Grab der heiligen Nino
Glockenturm
Die Quelle der heiligen Nino und das rituelle Bad
Neuerbaute Kreuzkuppelkirche

Geschichte von Bodbe Nonnenkloster

Schon im 4 Jhd. ließ König Mirian über dem Grab der heiligen Nino eine erste Kapelle in Bodbe errichten. Im 5. Jhd., als Georgien die Autokephalie (Kirchliche Unabhängigkeit) zuerkannt wurde, ließ König Wachtang Gorgasali die Kirche vergrößern.

Im 8. und 9. Jhd. wurde in Bodbe eine dreischiffige Basilika erbaut, die im 12. Jhd. unter König Demetre I. (Sohn von König Dawit dem Erbauer) gründlich saniert wurde.

Ab dem 15. Jhd. wurden in Bodbe Kachetische Könige gekrönt, wie unter anderem 1492 König Alexander I. und 1605 Teimuraz I.

Im 17. Jhd. wurde in Bodbe eine theologische Schule eröffnet, wo neben kirchlicher Literatur auch wissenschaftliche Fächer gelehrt wurden. Bodbe beherbergte in dieser Zeit auch die reichste Bibliothek des Landes.

1811 wurde Ioane Makaschwili zum Metropolit  Kachetiens ernannt (Oberbischof). Obwohl Georgien zu dieser Zeit schon Teil des Russischen Imperiums war, hat Ioane es geschafft, das Kloster zu erweitern und die Kirche mit Fresken zu bemalen. In seiner Zeit wurde auch die Ikonostase im russischen Still aufgerichtet und sowohl die Fresken, als auch die Ikonostase sind in der Kirche noch gut erhalten.

Nach dem Tod von Ioane Makaschwili 1837, wurde sowohl die theologische Schule, das Amt des Hegumenos* und die Diözese von Bodbe aufgelöst. Von da an haben die Archimandriten** das Kloster verwaltet.

* Als Hegumen wird in der Orthodoxen Kirche der Klostervorsteher bezeichnet, vergleichbar mit Abt bzw. Äbtissin in der Römisch-Katholischen Kirche

** Archimandrit steht hierarchisch eine Stufe höher als der Hegumenos (Abt) und im Unterschied zu Hegumenos, kann der Archimandrit mehrere Klöster gleichzeitig führen.

Obwohl die Kirche von Bodbe ab dem 19. Jhd. nicht mehr den gleichen Stellenwert hatte wie früher, hat man sie weiter gepflegt und restauriert.
In der Zeit zwischen 1837 und 1888 haben sich zwei Personen am stärksten für das Kloster von Bodbe:
Der erste war Archimandrit Makari. Er hat im Kloster eine Musikschule für Kirchenlieder gegründet und dafür die besten Lehrer des Landes eingeladen. In seiner Zeit, im Jahre 1862, hat man angefangen, den neuen Glockenturm im klassizistischem Still zu bauen, der nach gut 20 Jahren (1885) unter Archimandrit Nikoloz Mikeladze fertiggestellt wurde.

Die zweite Person war der Russisch-Georgischer Mönch, Historiker und Hagiograph Michail Sabinin. Unter anderem hat er den alten Grabstein der heiligen Nino mit einem neuen Marmorstein ersetzt und hat sich sehr intensiv für die Eröffnung eines Nonnenklosters in Bodbe eingesetzt.   

Im 1888 wurde das Kloster von Bodbe vom russischen Zar Alexander III. und seiner Familie besucht und nach genau einem Jahr wurde auf seine persönliche Anordnung in Bodbe ein Nonnenkloster und ein Frauen-Gymnasium eröffnet. Äbtissin (Hegumene) des Nonnenklosters wurde Juwenalia aus Russland, die sieben weitere Nonnen aus ihrer Heimat nach Georgien mitgebracht hatte.
Das Bodbe Kloster war so populär, dass aus sieben bald 200 Nonnen geworden sind. Das Einzige, was die Leuten in Bodbe und allgemein in Georgien gestört hat, waren die Liturgien auf Russisch und nicht auf georgischer Sprache, aber das hat sich bald geändert, denn 1902 wurde Tamar Mardschanischwili, eine Georgierin aus einer adligen Familie zur Äbtissin (Hegomene) ernannt.
Sie hat dem Kloster ihre ganze Energie und Kraft geopfert und sie hat durchgesetzt, dass Georgisch zur Pflichtsprache im Gymnasium wurde und auch Liturgien in der Kirche auf Georgisch geführt wurden. In ihrer Zeit wurde das Kloster erweitert und die Steinmauer rund um das Kloster errichtet. (Später, als Tamar Mardschanischwili ein Nonnenkloster in Russland leitete, wurde sie von den Sowjets verhaftet und nach Irkutsk deportiert).
 
Im Laufe der Zeit, bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Kloster in Bodbe zu einem besonderem Pilgerort nicht nur in Georgien, sondern im ganzen zaristischen Russland und als Zeichen der besonderen Anerkennung hat der russische Zar Nikolaus der II. 1906 das Kloster von Bodbe zum Kloster ersten Ranges ernannt.

Nachdem Georgien 1921 von den Bolschewiken besetzt wurde, hat sich die Lage im ganzen Land und auch in Bodbe geändert: das Kloster wurde 1924 von den Sowjets geschlossen. Die letzte Hegumene (Äbtissin) des Klosters vor seiner Schließung war Elene Wachnadze, eine für die Kirche und Gesellschaft sehr engagierte Persönlichkeit. Nach der Schließung von Bodbe hat sie die letzten Jahren ihres Lebens in Tbilisi im Hof der Anschischati-Kirche verbracht und wurde in Bodbe beigesetzt. Ihr Grab befindet sich am südlichen Eingang der Kirche.

In der Sowjetzeit wurde die Kirche von Bodbe zuerst in einen Lagerraum und dann in ein Museum umfunktioniert. Die zum Kloster gehörigen Gebäude, wie das Gymnasium und die Wohnräume für die Nonnen usw. hat man zum Krankenhaus umgewandelt.

Die Kirche und das Nonnenkloster von Bodbe wurde erst nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991 wiedereröffnet und wird seitdem von der georgischen Hegumene Theodora mit weiteren ca. 50 Nonnen geführt.

Interessant zu wissen

Die Hauptkirche, eine dreischiffige Basilika, in der sich das Grab der Missionarin Nino befindet, ist dem heiligen Georg geweiht.

Das Kloster von Bodbe war ein Männerkloster und wurde erst 1889 zum Nonnenkloster umgewandelt.

Das Kloster war so populär, dass bei der Krönung des Georgischen Königs, Teimuraz I. der persische Schah, Abbas der I. persönlich in Bodbe anwesend war.

In der Kirche befindet sich eine für Georgier religiös sehr wertvolle Ikone von Jungfrau Maria.  Diese Ikone wurde während der Sowjetzeit als ein Tisch in der -Abteilung des Krankenhauses benutzt und mit dem Skalpel mehrfach zerschnitten. Die Ikone hängt momentan an der nördlichen Wand in der Bodbe Kirche.  

In der Sowjetzeit, vor allem in den 70er und 80er Jahren haben im Krankenhaus von Bodbe mehrere Nonnen aus unterschiedlichen Teilen der Sowjetunion gearbeitet. Sie durften zwar keine Liturgien durchführen, haben aber heimlich kurze kirchliche Rituelle durchgeführt, haben gefastet und gebetet.

Fresken in der dreischiffigen Basilika

Die dreischiffige Basilika von Bodbe wurde im 19. Jhd. mit Fresken bemalt. Neben Szenen aus dem Alten Testament, sind an den Wänden der Kirche das Leben des heiligen Georg und der heiligen Nino dargestellt.

Das Grab der heiligen Nino – befindet sich in der dreischiffigen Basilika auf der rechten, südlichen Seite vom Altar.

Glockenturm – Der aus Ziegelstein gebaute Glockenturm im klassizistischem Still steht ca. 10 Meter westlich der dreischiffigen Basilika. Der Glockenturm wurde nach 23-jährigen Arbeiten im Jahre 1885 fertiggestellt und ist fast doppelt so hoch wie die Kirche. Laut mündlicher Überlieferung hat man den neuen Glockenturm an der Stelle seines älteren Vorgängers gebaut.

Die Quelle der heiligen Nino und das rituelle Bad – befinden sich im Tal unterhalb des Klosters in ca. 1 Kilometer Entfernung. Man kann sowohl zu Fuß über die Treppen dorthin gelangen, als auch mit dem Auto über einen kleinen Umweg.

Laut mündlicher Überlieferung ist die Quelle hier nach langem Gebet der heilige Nino entstanden und wurde über mehrere Jahrhunderte von den Gläubigen als heilendes Weihwasser benutzt.
In der Sowjetzeit, als das Kloster in ein Krankenhaus umgewandelt wurde, hat man entschlossen, an der Stelle eine Wäscherei einzurichten, aber das Wasser ist vertrocknet und nach mehreren Jahren einige Meter weiter im Tal wieder entsprungen.

Im Jahr 2004 wurde an der Quelle eine kleine Kapelle gebaut, geweiht den Eltern der Heiligen Nino, Zabulon und Sosana. Gleich nebenan steht das Häuschen mit dem rituellen Bad, wo das Quellwasser eingeleitet wird, und wo die Gläubigen durch dreimaliges Abtauchen im Bad sich von den geistigen und körperlichen Beschwerden befreit fühlen.      

Neuerbaute Kreuzkuppelkirche

2012 begannen die Arbeiten an der neuen Kreuzkuppelkirche von Bodbe und sie wurde 2019 der heiligen Nino geweiht. Sie steht ca. 30 Meter südöstlich von der dreischiffigen Basilika.

Die Lage

Das Nonnenkloster befindet sich in der Region Kachetien, 2 Kilometer von Sighnaghi entfernt, in der Ortschaft Bodbe.

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