Imeretien

Westgeorgische Verwaltungsregion Imeretien mit seiner Hauptstadt Kutaissi, ist ein zentraler Teil Georgiens in vielen Hinsichten, politisch, wirtschaftlich, kulturell, historisch, künstlerisch, sowie literarisch. Vom 15 bis Anfang des 19. Jahrhunderts war Imeretien unabhängig und bildete eines der drei georgischen Königreiche.

Mit Imeretien ist die berühmte Sage von Argonauten verbunden und genau hier hat auch antikes Königreich Kolchis existiert. In dieser Region gibt es berühmte Bagrati und Gelati Kathedralen. Aus Imeretien kommen beliebteste georgische Dichter, Schriftsteller und Komponisten wie: Akaki Tsereteli, Galaktion Tabidze, Zaqaria Paliaschwili, Kote Mardschanischwili und viele andere.

Imeretien hatte auch geschichtlich für das ganze Land oft eine entscheidende Rolle gespielt, denn sie war die letzte Bastion bei den Osmanischen und Persische Überfälle, wo die Könige aus anderen Gebieten die Zuflucht gefunden haben und antike Stadt Kutaissi, heute Verwaltungsort der Regionen, diente für mehrere Jahrhunderte als Hauptstadt des Landes.

Die meiste Rohstoffe des Landes, wie Kohle und Manganerz, werden ebenfalls in Imeretien abgebaut.

In der Region sind auch die Küche und der Wein besonders ausgewogen und vielfältig. Ganz Georgien ist für seine Gastfreundschaft berühmt, aber nirgends wird so leidenschaftlich gefeiert wie in Imeretien. Man füllt sich in Imeretien einfach immer herzlich willkommen zu sein.

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Allgemeine Info

Fläche: 6.680 km²
Einwohnerzahl: 486.986
Hauptstadt: Kutaisi. 147,000 Einwohner

Aufbau der Verwaltungsregion

Imeretien ist in zwölf Munizipalitäten (administrative Gemeindestruktur) eingeteilt, die nach ihren Verwaltungssitzen benannt sind. Die Region wird von einem Gouverneur verwaltet, der vom georgischen Premierminister eingesetzt und abberufen wird.

In der Region gibt es 10 Städte, 3 Minderstädte (Siedlung städtischen Typs) und 529 Dörfer.

Kulturelle und landschaftliche Highlights

Imeretien ist sehr reich an Kulturellen Denkmäler, von der antike über Mittelalter bis zu Neuzeit. Es gibt in der Region auch vielseitige und abwechslungsreiche Landschaft, sowie mehrere Kurorte.

Kulturdenkmale

1. Gelati Kathedrale
2. Bagrati Kathedrale
3. Ausgrabungsstätte der antiken Stadt Wani
4. Kloster Ubisa
5. Kazchi Säule
6. Kirche und Kloster von Kazchi
7. Festung von Schorapani
8. Kloster Motsameta

Landschaftliche Highlights

1. Canyon von Okatse
2. Prometheus Tropfsteinhöhle
3. Sataplia

Kurorte

1. Zqaltubo
2. Sairme
3. Nunisi

Die Küche und regionale Spezialitäten  

Im Unterschied zu anderen Regionen, vor allem zum Osten des Landes, wird in Imeretien überwiegend weißes Fleisch und unterschiedliche Gemüsearten in der Küche verwendet.

Hier ist eine kleine Auswahl an beliebtesten imeretischen Spezialitäten.

1. Kecis Dedali - Gebratenes Hänchen auf einer Tonpfanne, eingelegt in der Knoblauch, oder Mirabellensauce
2. Kecis Mchadi – Maisbrot gebacken auf eine Tonpfanne, ohne jegliches Fett
3. Imeruli Chatschapuri – dünnes Käsebrot fettarmen westgeorgischen Käse
4. Ekala – Eine essbare Art der Stechwinde, die mit Walnuss, oder mit Essig und Zwiebel zubereitet wird
5. Nigzviani Badrizhani - Auberginenröllchen gefüllt mit Walnusspaste und Granatapfelkerne 
6. Lobio Qotanschi – Bohnensuppe zubereitet in einem Tontopf mit frischen Kräuter und grünen Mirabellen.
7. Prasi/Lauchsalat – wird meist mit der Walnusspaste zubereitet
8. Ikhvi Tkamalschi - Gebratene Ente - eingelegt in der Mirabellensauce

Imeretische Weine

So wie die Küche, auch die Weine sind in Imeretien leicht und vielseitig in ihren Aromen.
Es gibt drei unterschiedliche Mikrozonen und über 100 verschiedene Rebsorten, die hauptsächlich nur im Westgeorgien vorkommen. Die Methode der Weinherstellung in Imeretien ist ähnlich wie im Ostgeorgien, sprich die Weine werden auch hier in den unterirdischen Amphoren gekeltert, die im Westen nicht Qwewri, sondern Tschuri genannt werden. Im unterschied zum Osten, gärt der Wein nur mit wenig Maische zusammen. Das gibt dem Wein seine Leichtigkeit, behält Aromen der Trauben und wird weniger mit Tannin dominiert.

Es werden in Imeretien hauptsächlich Weißweine getrunken und beliebteste von den sind:

1. Tsolikouri – trocken und fruchtiger Weißwein aus spätreifender autochthoner Rebsorte mit den gleichen Namen
2. Krakhuna – trockener Weißwein aus autochthoner Rebsorte Krakhuna
3. Tsitska – trockener Weißwein mit angenehmer Säure und Aromen von Quitte, Apfel und Birne. Die Rebsorte heißt ebenfalls Tsitska

Regionale Volksfeste und Traditionen

In Georgien allgemein, aber vor allem in Imeretien wird sehr gefeiert. Jede Stadt hat eigenes Fest, wie Kutaisoba (Kutaisi) Choneloba (Choni) Zestafonoba (Zestafoni) usw. Bei diesen Festen werden die Gründung der jeweiligen Ortschaften gefeiert und finden dabei mehrere Konzerte mit regionaler Folklore statt.

Bemerkenswert ist das Freundschaftsfest „Zekaroba“. Dieses Fest findet jedes Jahr im August am Zekari Pass auf der Höhe von etwa 2.200 Meter statt. Der Pass verbindet zwei Regionen Samzche und Imeretien. Hintergrund: In der Geschichte gab es öfters Spannungen zwischen beide Regionen, denn Samzche war für mehrere Jahrhunderte unter Osmanische Hände und der Gefahr für Imeretien kam meistens genau aus dieser Region. Als Symbol der Versöhnung und Freundschaft wird schon seit mehreren Jahrzehnten das Fest von beide Regionen sehr gerne gefeiert.

Samkhto Tsirva – Es ist kein Volksfest, sondern eine regionale Tradition, die als „Familien Liturgie“ übersetzt werden könnte. Für das Fest gibt es kein vorbestimmtes Datum, aber mindestens einmal im Jahr sammelt sich die ganze Familie, rund um die Weinamphore und betet für das Brot, Wein und göttlichen Segen. Für den Tag werden extra spezielle Gerichte zubereitet: Brot gefüllt mit neun unterschiedliche Gemüsearten, gebratene, sowie gekochte Hähnchen, sowie Käsebrötchen. Das ganze Essen wird an der Amphore aufgedeckt, anschließend zündet man Kerzen und man betet kniend rund um die Weinamphore. Zum Schluss wird die Weinamphore aufgemacht und es wird Vorort gefeiert und dabei Gott gepriesen.   

Flora und Fauna

Ein sehr großer Teil der Region und zwar 250.000 Hektar besteht aus Wald, 24.000 Hektar davon ist Nationalpark. Hauptsächlich gibt es in der Region Mischwald, aber man trifft vereinzelt auch Nadelwald. 

Für Georgische Verhältnisse liegt Imeretien relativ niedrig, der Höchste Punkt hat 2.850 Meter und der niedrigste etwa 20 Meter.

Von der Tierwelt gibt es in den Wäldern: Kaukasischer Braunbär, Wildschwein, Rehe, Hirsche, Fuchs, Wolf, sowie Goldschakal.

Größte Flüsse sind
Rioni mit 327 Km und Qwirila mit 140 Kilometer.

Das Klima

In Imeretien ist das Klima feucht-subtropisch. Minimale Temperatur im Winter etwa + 1 und maximale Temperatur im Sommer + 35 bis + 40 Grad Celsius.
Durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 900 bis 1600 mm.  

Geschichte im Überblick

Auf dem Gebiet von heutigen Imeretien wurden im 1914, in der Karsthöhle von Sakajia die ersten Funde im Kaukasus aus der Altsteinzeit gemacht. Außerdem gibt es in der Region mehrere Fundorte aus dem Jungpaläolithikum, sowie aus dem Moustérien (Mittelpaläolithikum).

Zeugnis von einer enormen Hochkultur auf dem Gebiet Imeretiens ist die Tempelstadt von Wani, mit reich ausgestatteten Felsengräbern und Beigaben aus Edelmetall des 8.–4. Jahrhunderts v. Chr.

Optimale Strategische und geographische Lage, sowie fruchtbare Gebiete und Abbau vom Gold hat zur Gründung eines mächtigen Königreiches, mit der Hauptstadt in Kutaissi, im 7. Jahrhundert v. Chr. geführt. Kolchis hatte gute Handelsbeziehung mit Altpersischen Reich, sowie mit Griechenland und spielte führende Rolle in der Region. Durch das Königreich verlief auch ein wichtiger Zweig der Seidenstraße, die das Orient mit dem Westen verband.

Nachdem die Römer im 1. Jahrhundert ins Spiel kamen, müsste Kolchis nach mehreren Niederschlägen gegen das große Reich, die führende Rolle abtreten und auf dem Gebiet von Kolchis entstand das Königreich von Egrisi, genannt auch Lazika. Das Neue Königreich war Großteils im Vasallenverhältnis mit dem Byzanz, aber konnte seine Identität und Unabhängigkeit bewahren, denn es war für Byzanz sehr wichtig, einen starken Partner gegen Persische Kriege auf der Seite zu haben.

Vom Byzanz unterstützte Fürsten Bagrationis aus Südgeorgien, schafften es im 10 Jahrhundert Georgien zu vereinen und zur Hauptstadt des vereinten Georgiens wurde Kutaissi, der heutige Verwaltungsort der Region. (Tbilissi und seine Umgebung war in der Zeit unter arabische Hände)
Als erster König des vereinten Georgiens wurde in Kutaissi Bagrat III. aus der Dynastie Bagrationi, die das Land etwa 1000 Jahre regiert haben, zum König gekrönt.

In Kutaissi wurde auch der größte König Georgiens, Dawit der Erbauer im 1089 gekrönt. Dawit hat unter anderem geschafft, Tbilissi von den Arabern zu befreien und verlegte die Hauptstadt und die Königliche Residenz aus Kutaissi nach Tbilissi.

Nach mongolischen Einfällen, Ende des 13. Jahrhunderts wurde Georgien in zwei Teile, Ost und Westgeorgien geteilt. Hintergrund für die Teilung des Landes war das bekannte Prinzip von „Divide et impera“ (Teile und Hersche). Denn in der Zeit war das Land von Mongolen beherrscht und sie haben im Ostgeorgien den älteren Enkelsonn der berühmten Königin Tamara, Dawit Ulu eingesetzt und im Westen wurde zum König sein Cousin, Dawit Narini, beide aus der Bagrationi Dynastie.  

Westgeorgisches Königreich hat den Namen Imeretien bekommen und umfasste heutige historische Regionen: Swanetien, Samegrelo, Guria, Ratscha, sowie die Region Atschara an der Schwarzmeerküste.

Erst Anfang des 16. Jahrhunderts, nachdem Imeretien von Osmanischen Überfälle und inländische Unruhen geschwächt wurde, haben sich oben genannte Regionen sich als eigenständige Königreiche erklärt.

Imeretien unter zaristisches Russland

Im Laufe der Jahrhunderte gab es Vereinigungsversuche mit anderen Georgischen Königreiche und es ist manchmal teilweise auch gelungen, aber einerseits Persien und andererseits Osmanisches Reich, gab Georgien keine Möglichkeit richtig auf die Beine zu kommen. Weshalb Imeretien Anfang des 19. Jahrhunderts erstmal die Protektorat Russlands anerkannt hat und bald, im 1810 in das Zarenreich eingegliedert wurde.

Gut 100 Jahre unter Zarismus war mit Aufständen und Unruhen geprägt, aber es gab auch große Fortschritte in der Landwirtschaft, in der Bildung, im Gesundheitssystem etc. aber Georgier konnten sich der Annektierung nicht gewöhnen und kurz nach der Oktoberrevolution hat Georgien die Unabhängigkeit erklärt. Dabei spielte Imeretien und seine Hauptstadt Kutaissi eine wichtige Rolle, denn Kutaissi galt als Kulturzentrum und Treffpunkt der Künstler aus unterschiedlichen Bereichen.

Im 1918 wurde Kutaissi und ganze Imeretien, so wie alle anderen Gebiete des Landes zu einem vereinten Staat, zum ersten Georgischen Republik, mit dem gewählten Parlament und einer Verfassung, wo unter anderem Frauenwahlrecht bestätigt wurde. Neu geschaffene Republik wurde nicht nur von Europa, sondern auch von Russland anerkannt, aber das hat den Bolschewiki nicht gehindert, im 1921 Georgien zu okkupieren.

Imeretien in der Sowjetzeit

Nach mehreren Aufständen gegen Sowjetische Regime und Staatlichen Repression, aber vor allem nachdem zweiten Weltkrieg hat man mit der großräumigen Industrialisierung der Region angefangen. Dabei spielte Rohstoffe aus Imeretien, Kohl und Mangan eine entscheidende Rolle. Es wurden in und in der Umgebung von Kutaissi mehrere Fabriken aufgebaut, wo Rohstoffe verarbeitet und Maschinen gebaut wurden. Imeretien und vor allem Kutaissi wurde zu einer richtigen Industriestadt, wo Menschen viel gearbeitet und wenig verdient haben, aber das war eine Normalität im Kommunismus.

Imeretien nach der Unabhängigkeit Georgiens

Kollaps der Sowjetunion war für die Region sehr schmerzhaft, denn alle Fabriken wurden aufgelöst, die Renten wurden gekürzt und das gesparte Geld auf dem Konto war durch die Inflation nichts mehr wert. Es hat einige Jahre gedauert, bis Imeretien seinen Weg wieder finden konnte.

Nach ca. 15 Jahre der Unabhängigkeit kehrte die Normalität in Imeretien wieder zurück. Autowerkstatt wurde geöffnet, die Rohstoffe wieder abgebaut und die Landwirtschaft von den Kleinbauern wieder angetrieben. Im 2012 wurde auch das Parlament nach Kutaissi verlegt, um das Land zu dezentralisieren und Imeretien besser zu beleben, aber das Projekt ist nicht so gut gelungen und das Parlament wurde im 2019 wieder zurück nach Tbilissi verlegt.

Heutzutage, ist Tourismus neben Industrie und Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig der Region.

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