Kwirike Kirche von Kala Lagurka – Wallfahrtskirche in Swanetien 

Heilige Kwirike und der heiligen Iwlita geweihte Kirche aus dem, genannt auch Lagurka, ist der Wallfahrtsort und die wichtigste Kirche Swanetiens.

Es gibt in Swanetien mehr als tausend Sakralgebäude und Meschen haben großen Respekt bei allen von den, aber Lagurka in der Ortshschaft Kala, hat über Jahrhunderte einen besonderen Stellenwert erlangt und es ist ein Muss bei den Swanen, mindestens einmal dort gewesen zu sein.

Die Lage

Die Kirche befindet sind im Oberen Swanetien, im Dorfgemeinde Kala am linken Ufer des Flusses Enguri, auf der Höhe 1.870 m ü. M.

Der Name

Die Kirche ist den Märtyrer aus dem Römischen Reich, dem heiligen Kwirike (Quiricus) und seiner Mutter heiliger Iwlita (Julitta) geweiht und ist nach ihnen benannt.
Auf swanetisch heißt die Kirche aber ganz kurz: Lagurka. Sie wird oft auch als die Kirche von Kwirike genannt.

Baujahr

Nach der Architektur und Baustill gehört die Kirche zum 10. bis 11. Jahrhundert und weil die Freskomalerei mit 1112 datiert wird, geht man davon aus, dass sie spätestens am Ende des 11. Jahrhunderts gebaut wurde.

Besonderer Stellenwert der Kwirike Kirche

In der Kirche sind wertvolle Ikonen von Kwirike und Iwlita aus dem 10. und 11. Jahrhunderte aufbewahrt. Diese Ikonen haben große religiöse, materielle, historische und kulturelle Bedeutung für die ganze zivilisierte Welt, denn tausend Jahre alte Ikonen, die künstlerisch auf so einem hohen Niveau erfüllt sind, gibt es nicht viel. Für Swanen haben sie aber zusätzlich einen sehr großen, in die Jahrhunderte verwurzelte Traditionellen Wert.

Es gibt mehrere Kirchen in der Region, wo traditionelle Gerichte stattgefunden haben und mit dem Schwur auf die Ikone die Wahrheit rausgefunden wurden. Die wichtigsten Streitereien und Unklarheiten von Oberen, oder Unteren Swanetien wurden genau an der Lagurka Kirche geklärt und die besondere Bedeutung der Ikonen aus der Lagurka Kirche, hat jeder Swane anerkannt, unabhängig davon, aus welchem Tal er kam.

Warum sind diese wertvollen Ikone ausgerechnet hier

Unterhalb von der Lagurka Kirche gibt es kleine Ortschaft „Lalchori“, übersetzt „Versammlungsort“ und schon seit Ewigkeit sammelten sich hier Dorf und Talältesten, um die wichtigsten Themen der ganzen Region zu besprechen. Wenn sie was entschieden haben, müssten sie auch auf eine Ikone schwören, dass das Wort auch gehalten würde. Als die erste wertvolle Ikone von den heiligen Kwirike und Iwilita aufgetaucht ist, hat man sie auch zu diesem Ort gebracht und anschließend im Ehren der Ikone, eine Kirche gebaut. Schwerzugängliche Platz, auf einem Felsenberg hat man extra ausgesucht, um die Kirche und den Kirchlichen Schatz besser zu schützen.

Freskomalerei der Kirche

Die Fresken der Kirche sind nicht weniger wichtig, als die Ikonen, denn sie wurden unter König Dawit der Erbauer, im Jahre 1112, vom Maler aus dem königlichen Hof, Thewdore gemalt. Anscheinend wusste der größte König Georgiens den besonderen Stellenwert der Lagurka Kirche zu schätzen.

Religiöses Volksfest mit archaischen Elementen „Kwirikoba“

Jedes Jahr am 28. Juli, am Tag des Märtyrertods vom heiligen Kwirike und der heilige Iwlita, findet in der Lagurka Kirche das religiöse Volksfest „Kwirikoba“ statt, als Andenken der Märtyrer. Das ist das wichtigste religiöse Fest in Swanetien und kommen demensprechend sehr viele Menschen zur Kirche, vor allem Swanen aus dem ganzen Land.

An dem Tag wird eine spezielle Liturgie extra für die Märtyrer in der Kirche gehalten. Während der Liturgie sammeln sich die Menschen hauptsächlich rund um die Kirche und beten gemeinsam.

Nebenbei werden von den Fachleuten um die Logistik gekümmert, denn die meisten Menschen haben eine weite Strecke hinter sich und man möchte die nicht mit leeren Mägen nach Hause schicken, man ist ja schließlich in Georgien. An dem Tag treffen sich auch viele alte Bekannte und Freunde, die sich seit langen nicht mehr gesehen und man möchte mit den auch länger beisammen sein. Auf jeden Fall wird ein Festmahl für hunderte Menschen zubereitet, aber dabei wird nicht alles an der Kirche gemacht, sondern die meisten Gläubigen bringen einiges mit und es wird alles auf den Tischen verteilt.  

Nach swanetischem Ritus muss an dem Tag ein Stier, besser aber gleich zwei und im besten Fall mit weißer Farbe geschlachtet und in riesigen Töpfen gekocht werden.
Wenn die Liturgie zu Ende geht und der Tafel gedeckt ist, wird das Essen und die Anwesenden vom Geistlichen gesegnet und es fängt ein feierliches Abendmahl mit dem Priester und der ganzen Gemeinde zusammen. Es darf beim Abendmahl auch natürlich keine Trinksprüche mit Georgischen Wein, oder Swanetischen Raki fällen.

Wenn der Pflichtteil des Abendmahles vorbei ist, fängt der lustige Teil des Festes an. Es wird auf unterschiedlichen nationalen Instrumenten gespielt und dabei viel gesungen und getanzt. Die jenen, die künstlerisch nicht sehr begabt sind, können dem Publikum auch etwas anbieten und zwar gibt es auf dem Gelände der Kirche einen großen eiförmigen Stein, der muss aufgenommen und über die Schulter auf die Seite weggeworfen werden. So kann man den stärksten Mann der Region rausfinden, der bis zum nächsten Jahr den Titel, „Sieger bei Kwirikoba“ tragen darf.

Außerdem gibt es hier eine riesige Glocke, der ebenfalls dafür dient die stärksten von der Gemeinde rauszufiltern. Man muss dabei die Glocke mit speziellem Träger auf die Schulter nehmen und mehrmals läuten lassen.

Architektur der Kirche

Größe: 5 x 2,70 m.

Die Kirche wurde mit den gelben Sandstein Quader gebaut und ist architektonisch eine Basilika aus dem 10. bis 11. Jahrhundert. Größere südliche und kleinere nördliche Annexbau wurden an die Kirche viel später angebaut. Der zweistöckige Glockenturm auf der westlichen Seite, der auch als ein Narthex dient, wurde ebenfalls später an die Kirche gebaut. Ursprünglich könnte man in den zentralen Teil der Kirche, von der westlichen, südlichen und nördlichen Teile gelangen, aber der Haupteingang ist heute durch den südlichen Annexbau. Wobei der Glockenturm auf der westlichen Seite ebenfalls eine Türe hat.

Die Kirche war mit einer hohen Wehrmauer umgeben, aber davon ist heute nur ein kleiner Teil erhalten geblieben. Auf dem Gelände der Kirche gibt es Refektorium, mehrere Wirtschaftsräume und Wohnhaus für den Priester und Kirchengäste.

Freskomalerei

Wie schon oben erwähnt, wurde die Kirche unter König Dawit der Erbauer im 1112, bei dem Maler vom königlichen Hof, Tewdore bemalt. Die Information über Datum der Bemalung und der Maler bekommt man durch die Innenschrift auf der westlichen Seite der Kirche.

Im Osten ist Deesis, Jesus mit Maria und Johannes dem Täufer abgebildet. Auf den Säulen vor der Ikonenwand sind: Hl. Stephanos, Hl. Kwirike, Hl. Iwlita und Hl. Christina.

Auf des Südlichen Seite ist die Tötung von kleinen Kwirike und Enthauptung von seiner Mutter Iwlita abgebildet. Auf dem oberen Register ist der Engel und georgische Schrift zu sehen, wo man die Namen der Heiligen, sowie genaues Datum des Märtyrertods und kleines Gebet für ihre Seelen zu lesen ist. 

Auf der westlichen Seite sind Figuren von 4 Heiligen in 2 Register dargestellt. Im oberen Register: Kwirike, sowie Iwlita und im unteren Register: Barbara und Katharina.

Unter Gewölbe sind vier unterschiedliche Szenen aus dem Neuen Testament dargestellt: Geburt Jesu, Taufe durch Johannes dem Täufer, Kreuzigung Jesu und Abstieg Christi in die Unterwelt.

Interessant zu wissen

Lagurka war für eine lange Zeit ein Nonnenkloster, wo meist Nonnen aus adligen Familien ihr leben verbrachten. Anfang des 18. Jahrhunderts war hier als Nonne, Tekla, Tochter des Westgeorgischen Königs Bagrat.

Besondere mit Sagen umwobene Ikone von Schaliani

Laut der Legende, irgendwann im 10. Jhd. hat der Westgeorgische König eine Arbeit zu erledigen gehabt und dafür brauchte er 100 Männer. Der Swane mit dem Namen „Schaliani“ hat dem König gesagt, dass er die Arbeit alleine, in der gleichen Zeit schaffen würde, wie 100 Menschen. Schaliani hat den Auftrag pünktlich erfüllt und dafür bekam er eine wertvolle Ikone vom König, die er nach Swanetien brachte. Da man aber nicht wusste, in welcher Kirche die Ikone gebracht werden müsste, hat man die an Stieren befestigt und die müssten den Ort zeigen. Die Stiere kamen zum Platz oberhalb von Kala, wo später auch die Kirche aufgebaut wurde.

Die Ikone von Schaliani befindet sich weiter in der Kwirike Kirche mit anderen wertvollen Ikonen zusammen und die werden am Volksfest „Kwirikoba“ für die Gläubige rausgebracht.

Umgebung von Lagurka als heiliger Ort

Die Bäume, der Wald und die Natur rundum der Kirche, gilt für Swanen ebenfalls heilig und da wird kein Mensch sich trauen, einen kleinen Ast zu schneiden.

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