Mzovreti (Wehranlage und Kloster)

Das Kloster und die Wehranlage von Mzovreti befinden sich im wunderschönen Tal von Dzama, abseits der klassischen Reiseroute in Georgien. Die Anlage, mit einem funktionierenden Kloster, beeindruckt durch ihre Architektur und der tollen Lage auf einem Felsenberg.

Baukomplex und Architektur

Der Klosterkomplex und die Wehranlage von Mzovreti beinhaltet drei Kirchen, sowie einen dreistöckigen Glockenturm und einen siebenstöckigen Wehrturm. Außerhalb der Wehrmauer gibt es eine weitere, neu erbaute Kirche.

Die Hauptkirche

Die Hauptkirche von Mzovreti wurde im 17. Jhd. aus Tuff und Sandstein gebaut. Höhe 10 Meter, Breite 9 auf 5,8 Meter. Der Eingang der Kirche liegt auf der westlichen Seite. Die Kirche wurde vor kurzer Zeit renoviert und es finden dort regelmäßig Gottesdienste statt. Die Hauptkirche, sowie das ganze Kloster ist den dreizehn Syrischen Priestern geweiht.
Zwei weitere kleine Kirchen sind dem Heiligen Georg und der Jungfrau Maria geweiht.
Die neu erbaute Kirche außerhalb der Wehrmauer ist der heiligen Dreifaltigkeit geweiht.

Der Glockenturm

Der dreistöckige Glockenturm an der westlichen Seite der Kirche ist großenteils aus Flussstein gebaut und wurde neben seiner religiösen Funktion, auch für Verteidigungszwecke benutzt.
Der erste Stock des Glockenturmes hat große Öffnungen von drei Seiten. Der zweite Stock hat seinen Eingang von Süden und kann nur über eine Anlegeleiter erreicht werden. Dieser Stock ist eher für Wachleute gedacht und hat dementsprechend mehrere Elemente für die Beobachtung und Verteidigung. Die östliche Seite des zweiten Stockes ist an die Kirche angelehnt, an den anderen drei Seiten hat er mehrere Schießscharten.   
Der dritte Stock wird für die Kirchenglocke benutzt und hat Öffnungen von allen vier Seiten.

Der Wehrturm

Der siebenstöckige, pyramidenförmige Wehrturm von Mzovreti wurde im 17. Jhd. aus Flussstein im südwestlichen Teil der Festung gebaut. Die Höhe beträgt 22,3 Meter und die Breite 7,1 x 6,9 Meter.
Der Wehrturm hat zwei Eingänge, von Norden (der erste Stock) und von Süden (der dritte Stock). Der Wehrturm steht an einem Hang und man erreicht beide Eingänge ohne Leiter.

Auf dem ersten Stock des Turmes gibt es keine Öffnungen außer dem Eingang, der zweite Stock hat eine kleine Öffnung und hier fängt die Leiter an, die bis zum siebten Stock führt. Der dritte Stock hat nur eine Schiesscharte, der vierte Stock hat einen Kamin und mehrere Schiesscharten, der fünfte Stock hat ebenfalls mehrere Schiesscharten, auf dem sechsten Stock gibt es einen weiteren Kamin und mehrere Schiesscharten. Im fünften und sechsten Stock gibt es zusätzlich jeweils eine von außen angebaute, hängende Toilette. Der siebte Stock hat Öffnungen von allen vier Seiten. 

Von der nördlichen Seite ist an dem Turm ein Wohnhaus für die Mönche angebaut.

Die Festung

Die Festung mit Zinnenmauer wurde schon im 10. Jhd. gebaut, als hier noch eine große Ortschaft existiert hat. Die heutige Form der Festung ist allerdings erst im 15. Jhd. unter dem Fürsten Tsitsischwili entstanden.
Länge der Festung: 22 Meter, Breite: 18 Meter, in manchen Stellen sind die Mauern mehr als 10 Meter hoch.

Geschichte von Mzovreti

Die Wehranlage befindet sich im Dzama Tal, an einem strategisch wichtigen Punkt. Durch das Tal ging früher der Weg von der Region Kartli in die Südgeorgische Provinz Tao-Klardscheti und dann weiter in Richtung Byzanz. Deshalb war dieses Tal gut geschützt und es gibt hier neben Mzovreti, zahlreiche andere Wehranlagen und Klöster.

In den Georgischen Chroniken wurde Mzovreti erst im 10. Jhd. namentlich erwähnt, als König Demetreus von Apchasien gegen seinen Bruder Theodos kämpfte und die Wehranlage belagerte. 

Ab dem 11. Jhd. wurde die Festung von der Familie Toreli kontrolliert, die vom Georgischem König den Fürstentitel erhalten haben. Die Torelis mussten die Wehranlage während der mongolischen Überfälle zu Ende des 13. Jahrhunderts den Osseten abtreten, gewannen die Kontrolle aber bald wieder zurück.

Im Sommer des Jahres 1400 fanden heftige Kämpfe an der Mzovreti Festung statt, zwischen dem zentralasiatischen Eroberer Timur Lenk und dem Georgischen König Giorgi VII.

Im 15. Jhd. erlangten die Georgischen Fürstenfamilie Tsitsischwili die Kontrolle über die Festung und das gesamte Dzama Tal. Sie haben die Festung komplett saniert und anschließend ihren Sitz vom Samtsevrisi nach Mzovreti verlegt. Ab Mitte des 15.Jahrhunderts lebte hier der bekannte Schriftsteller, Politiker und vor allem Mediziner - Zaza Tsitsischwili (Panaskerteli).  Bekannt wurde er vor allem wegen seiner Kompendien der medizinischen Künste „Karabadini“. Er wird in mehreren zeitgenössischen Aufzeichnungen als „der große Heiler und Kopf der Weisen“ beschrieben.  

Zu Ende des 17. Jhd. haben die Fürsten Tsitsischwili und andere georgische Adlige einen Aufstand gegen die Persischen Herrscher organisiert. Dabei diente die Festungsanlage von Mzovreti als Hochburg der Aufständischen, aber der von den Persern ernannte König Rostom hat den Aufstand brutal niedergeschlagen und die Festung teilweise zerstört. Nach diesem Aufstand hat die Festung Mzovreti ihre wichtige strategische Rolle verloren.

Wiederaufbau im 21. Jahrhundert  

Im Jahr 2008 hat der Erzbischof Iobi die stark beschädigte Hauptkirche von Mzovreti wieder eingeweiht. Anschießend haben sich drei Mönche in Mzovreti niedergelassen, die neben den Gottesdiensten und religiösen Ritualen begonnen haben, die Kirche, sowie das gesamte Gelände der Wehranlage zu sanieren. Bald kamen andere Mönche und Freiwillige dazu, so dass nach 10 Jahren harter Arbeit das Leben in Mzovreti wiederbelebt war.
Heute gibt es hier ein gut restauriertes und beispielhaft gut gepflegtes Kloster mit ca. 20 Mönchen.

Interessant zu wissen
Im Kloster gibt es eine Bibliothek und eine kleine Werkstatt, in der verschiedene handgestrickte Sachen mit religiösen Motiven hergestellt werden.  

Außerdem befindet sich innerhalb der Wehrmauer, auf dem Gelände des Klosters, eine von den Mönchen gebaute Miniatur von Golgota und dem Berg Tabor, sowie einen kleinen Dreifaltigkeitsgarten.

Die Lage

Die Wehr- und Klosteranlage von Mzovreti befindet sich in der Region Innerkartlien, unweit der Stadt Kareli in der Ortschaft Ortubani, am rechten Ufer des Flusses Dzama.

Wie kommt man nach Mzovreti

Es gibt keinen öffentlichen Verkehr bis Mzovreti, man kann aber nach Kareli mit einem Bus fahren und von dort aus mit dem Taxi weiterkommen. Die Straße bis unterhalb der Anlage ist in einem guten Zustand, für die letzten ca. 2 Kilometer braucht man allerdings ein Geländeauto.

ENJOY GEORGIA - REISEAGENTUR
ADRESSE

Vazha Pshavela Avenue 25
Tbilisi 0186

KONTAKT

Telefon: +995 599 323 892
E-mail: info@enjoy-georgia.com

All Rights Reserved

NACH OBEN